Landtagswahl 2017 – VIVAWALD an die Parteien

An die Parteien in Schleswig-Holstein
( SPD, Bündnis 90 /die Grünen, SSW, FDP, CDU)

Sehr geehrte Damen und Herren,

anlässlich der Landtagswahl im Mai 2017 möchten wir Sie auffordern, zum langfristigen Schutz der Wälder in Schleswig-Holstein einen Paradigmenwechsel in der Bewirtschaftung der öffentlichen Wälder von kurzzeitigen ökonomischen oder forstpolitischen Interessen hin zu langfristiger ökologischer Gesundheit der Wälder in Angriff zu nehmen. Im Zuge der Anpassung an den Klimawandels steht die Entwicklung der Wälder vor großen Herausforderungen. Die Ausweisung von Naturwäldern in Schleswig-Holstein war ein Schritt in die richtige Richtung, nun muss das Augenmerk auf die bewirtschafteten öffentlichen Wälder gelegt werden.

Wir, die Bürgerinitative ViVaWald aus Reinfeld, setzen uns nach wie vor für eine nachhaltige, naturverträgliche, bodenschonende und klimafreundliche Waldnutzung in und um Reinfeld ein. Wir wollen die immer noch stark wirtschaftlich orientierte Nutzung unserer öffentlichen  Wälder (siehe Anlage, Fotos) nicht einfach hinnehmen. Vielmehr fordern wir eine auf das Gemeinwohl ausgerichtete Bewirtschaftung, die ökologische, soziale und ökonomische Aspekte gleichermaßen berücksichtigt. Die  öffentliche Waldbewirtschaftung muss ihre Vorbildfunktion wahrnehmen.

Wir fordern:

  • angemessene Ertragsziele, die nicht auf maximalen Ertrag ausgerichtet sind, sondern auch die anderen Funktionen des öffentlichen Waldes (LWaldG) berücksichtigt
  • ressourcenschonende und zukunftsverträgliche Holznutzungsstrategien durch regionale, wertige Verwendung des Holzes
  • standortgerechte, risikoarme Mischbestände mit überwiegend standortheimischen Baumarten
  • keine Reduzierung der Naturnähe von Laubwäldern durch Pflanzung von zuwachsstarken, nicht-standortheimischen Baumarten wie Douglasie (Pseudotsuga menziesii) oder Küsten-Tanne (Abies grandis)
  • die Förderung von späten Waldentwicklungsphasen
  • den Aufbau des Holzvorrates im Wald
  • kein Einschlag in der Vegetationsperiode zu Lasten der Biodiversität (s. Foto)
  • angepasste Wildbestände
  • kein Ausbau der Waldwege zu immer schwerlastfähigeren Wald-„Autobahnen“
  • der Wald darf nicht zum Lagerplatz für die Holzindustrie werden, die dann selbst entscheidet, zu welchem Jahres- oder Tageszeitpunkt und wie und mit welchen belastenden Auswirkungen sie ihr Gut aus dem Wald herausholt
  • Selbstwerbertätigkeiten dürfen ausschließlich außerhalb der Brut- und Setzzeit stattfinden (Sägen und Abtransport; das Zerkleinern in Scheite sollte grundsätzlich nicht im Wald stattfinden, s. Foto )

Der Erhalt der Funktionsfähigkeit der Waldökosysteme und der Schutz der Wald-Biodiversität sind dabei wichtige Aspekte. Dass dies in Verbindung mit einer angemessenen wirtschaftlichen Nutzung möglich ist, zeigen zum Beispiel Untersuchungen in den Stadtforstämtern in Lübeck, Mölln und Göttingen, wo das Konzept des integrativen Prozess-Waldbaus umgesetzt wird. Teile dieses Konzeptes sollten auch in das Bewirtschaftungskonzept der  öffentlichen Wälder des Landes S-H einfließen können.

Wir fordern Sie auf, dies in Ihre Politikarbeit aufzunehmen und damit die Wälder in Schleswig-Holstein im Einklang mit ökologischen, sozialen und ökonomischen Aspekten langfristig zu erhalten und zu schützen.

Mit freundlichen Grüßen
Katrin Schweim

(Sprecherin der Bürgerinitiative  ViVaWald, https://vivawald.wordpress.com/)

img_6081Anschreiben mit Bildmaterial als PDF-Datei

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